Kurzmitteilung

„Oh wie schön ist Panama* – 1 Fluss, 1 Volk, 10 Kamerafallen – Dokumentation der Artenvielfalt am Rio Teribe beim Volk der Naso“ Lydia Möcklinghoff/Jörn Ziegler.“

Einladung zum Vortrag

„Oh wie schön ist Panama* – 1 Fluss, 1 Volk, 10 Kamerafallen – Dokumentation der Artenvielfalt am Rio Teribe beim Volk der Naso“

Lydia Möcklinghoff/Jörn Ziegler

Dienstag, 13. Dezember 2016, 19.30 Uhr

Kölner Zoo, Zoo Event, Alter Stammheimer Weg (gegenüber dem Eingang zur Flora)

http://www.koelnerzoo.de/erleben/vortraege/

 

Das Volk der Naso – aktuelle Situation

… aktuelle Situation

Bis vor wenigen Jahren war die Heimat der Nasos ein unberührtes Ökosystem. Ihr Siedlungsgebiet konnte nur per Boot erreicht werden. Heute wird der „Bonyic“, ein Zufluss des Rio Teribe gestaut und von der kolumbianischen Firma EPM zur Elekrizitätsgewinnung in einen Staudamm verwandelt. Das Unternehmen und die Behörden konnten mit Zusagen zur Verbesserung der Infrastruktur und Investitionen in das Bildungssystem den König und Teile der Naso Bevölkerung gewinnen. Bei einem meiner Besuche hatte ich Einblick in den „Koalitionsvertrag“ und musste feststellen dass die Versprechen der bestenfalls nur in Ansätzen umgesetzt wurden. Ein anderer, großer Teil der Bevölkerung ist weiterhin gegen dieses Projekt, gegen eine Zerstörung ihrer Lebensgrundlage, Kultur und Naturverbundenheit. Der Widerstand wächst seitdem weitere Pläne für mehr Staudammprojekte im Herzen des Siedlungsgebietes der Naso, etwa am Zufluss Shey bekannt geworden sind. In Einem sind sich alle Nasos einig. Sie möchten, wie alle anderen indigene Völker Panamas eine Comarca, eine semi-autonomes Selbstverwaltungsgebiet, welches ihnen Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und ein klares Mitspracherecht bei der Vergabe weiterer Konzessionen gibt. Sie fühlen sich als Opfer neoliberaler Wirtschaftspolitik und moderner „Kolonialmächte“. Eine traurige Situation, denn sie haben Jahrhunderte lang ihren Fluss und die angrenzenden Wälder erfolgreich gegen Kolumbus und viele Andere verteidigt. Die Nasos befinden sich in einer prekären Situation und so unsere globale Gesellschaft und Lebensform ebenfalls.

Das Volk der Naso – ein Überblick

… ein Überblick

Das Volk der Naso lebt traditionell entlang des Rio Teribe im Bundesstaat Bocas del toro, Panama. Die Nasos sprechen ihre eigene Sprache und sind die letzte Monarchie in Amerika. Im Laufe der Jahrhunderte verlagerten die Nasos ihre Siedlungen immer weiter flussabwärts in Richtung der Provinzhauptstadt Changuinola. Heute leben die verbliebenen 3000 Nasos in etwa 10 Siedlungen verstreut an den Ufern des Rio Teribes, den sie in ihrer Sprache „Ter di“ – Fluss der Großmutter nennen. Der Name zeigt ihre enge Verbindung zu diesem Gewässer, „Ter di“ ist Lebensmittelpunkt ihres Alltages, ihrer Kultur und Spiritualität. Der Fluss entspringt in der Cordillera Talamanca, inmitten des Weltnaturerbes und Nationalparks „La Amistad“. Die Wälder dieses Parkes und des angrenzenden „Palo Seco“ Forest Reserves gehören zu den artenreichsten Regionen der Welt. Weder die Kolonisierung durch die Spanier, noch die Ausbreitung von Landwirtschaft und das Bevölkerungswachstum haben bisher diese Wälder erobert. Die Naso waren und sind Schutzpatrone dieser Regenwälder.

Ich habe in den letzten Jahren auf vielen Expeditionen in die Regenwälder der Nasos das Vergnügen und die Ehre gehabt das Land, die Menschen, Tiere und Pflanzen kennenzulernen. Für meine Freunde unter den Nasos, für Adolfo, Orlando, Enrique, Edwin, Raffael habe ich dieses Projekt ins Leben gerufen.