Das Volk der Naso – aktuelle Situation

… aktuelle Situation

Bis vor wenigen Jahren war die Heimat der Nasos ein unberührtes Ökosystem. Ihr Siedlungsgebiet konnte nur per Boot erreicht werden. Heute wird der „Bonyic“, ein Zufluss des Rio Teribe gestaut und von der kolumbianischen Firma EPM zur Elekrizitätsgewinnung in einen Staudamm verwandelt. Das Unternehmen und die Behörden konnten mit Zusagen zur Verbesserung der Infrastruktur und Investitionen in das Bildungssystem den König und Teile der Naso Bevölkerung gewinnen. Bei einem meiner Besuche hatte ich Einblick in den „Koalitionsvertrag“ und musste feststellen dass die Versprechen der bestenfalls nur in Ansätzen umgesetzt wurden. Ein anderer, großer Teil der Bevölkerung ist weiterhin gegen dieses Projekt, gegen eine Zerstörung ihrer Lebensgrundlage, Kultur und Naturverbundenheit. Der Widerstand wächst seitdem weitere Pläne für mehr Staudammprojekte im Herzen des Siedlungsgebietes der Naso, etwa am Zufluss Shey bekannt geworden sind. In Einem sind sich alle Nasos einig. Sie möchten, wie alle anderen indigene Völker Panamas eine Comarca, eine semi-autonomes Selbstverwaltungsgebiet, welches ihnen Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und ein klares Mitspracherecht bei der Vergabe weiterer Konzessionen gibt. Sie fühlen sich als Opfer neoliberaler Wirtschaftspolitik und moderner „Kolonialmächte“. Eine traurige Situation, denn sie haben Jahrhunderte lang ihren Fluss und die angrenzenden Wälder erfolgreich gegen Kolumbus und viele Andere verteidigt. Die Nasos befinden sich in einer prekären Situation und so unsere globale Gesellschaft und Lebensform ebenfalls.

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